Türkei, Bogakzent und die EU
wen ausgeliefert werden soll, aber das ist ja offensichtlich auch nicht der Knackpunkt, sondern relevant ist die Tatsache, das Herr Kurt nach allgemeinem Verständnis weder ein Terrorist noch ein Schwerverbrecher ist. Was lerne ich aus dem Vorfall? Kein Urlaub mehr im Europäischen Ausland. Wie soll ich als Tourist wissen, was in einem gegebenen Land alles verboten ist und wo sich die Fallgruben befinden. Ich kenne ja noch nicht mal unser eigenes Strafgesetzbuch in seiner ganzen Schönheit, geschweige denn das von einem beliebigen anderen Staat. Vor Überraschungen ist man nie sicher. Wie erstaunt war ich doch zu erfahren, dass mein Samuraischwert, das seit 10 Jahren an der Wand hängt, neuerdings unter unser Waffengesetz fällt. Bei den Küchenmessern muß ich noch mal nachfragen. Ich möchte nicht von meinem Staat an ein anderes Land ausgeliefert werden, nur weil ich dort im Urlaub ein Kaugummipapier auf die Straße geworfen habe und man mich deshalb dort zu einem Jahr Zwangsarbeit verurteilen will. Richtig gefährlich wird es dann, wenn mit Bogakzent in der Türkei irgendwann einmal ein Land zur EU gehört, das noch nicht einmal unserem Kulturkreis nahe steht. Da hilft sogar der gesunde Menschenverstand nicht mehr. Ein falscher Blick auf eine islamische Schönheit und man sieht möglicherweise einer Auslieferung zur rituellen Kastration entgegen. Aber mal im Ernst, ich habe von Gerüchten gehört, dass in türkischen Gefängnissen auch heute noch gefoltert würde. (Ich hoffe, das waren genug Konjunktive).